Mein 4-wöchiges Auslandspraktikum verbrachte ich vom
30.03.09-24.04.09 zusammen mit Lena Kettenbach, einer weiteren Stipendiatin, im
Unternehmen CARD MRI in San Pablo City auf den Philippinen.
Am 30.03. flogen wir über Amsterdam nach Manila und waren
insgesamt rund 20 Stunden unterwegs. Am Flughafen in Manila wurden wir dann von
CARD- Mitarbeitern abgeholt.
Die CARD MRI (Center for Agricultural & Rural
Development Mutually Reinforcing Institutions) beschäftigt sich hauptsächlich
mit der Mikrofinanzierung für arme Frauen in den Provinzen der Philippinen.
Insgesamt besteht CARD MRI aus 7 Institutionen (z.B. Banken
und Versicherungen), die zum größten Teil eigenständig und unabhängig sind.

Die ersten anderthalb Wochen verbrachten Lena und ich im
CMDI, dem Trainingscenter des Unternehmens.
Am 1. Tag stellte uns der Trainingsofficer Michael Morales
erst einmal die CARD MRI per Power Point Präsentation vor, damit wir einen
guten Überblick über alle Institutionen gewinnen konnten. Die folgenden Tage
verbrachten wir damit ihm zu assistieren.
Wir besuchten Mitglieder in ihren Geschäften und Häusern und
lernten so die Kundinnen von CARD kennen. Die drei Frauen, die wir besuchten
waren zum einen eine Reisverkäuferin und eine Pflanzenzüchterin. Die dritte
stellte gemeinsam mit ihrer Mutter Stofflappen her.
Sie alle sind seit über 10 Jahren Mitglieder bei CARD. Sie
sind zwar durch CARD nicht reicher geworden, doch ihre Lebensumstände haben
sich gebessert. Viele können nun ihren Kindern eine bessere Bildung
ermöglichen, sodass diese die Chance bekommen sich aus ihrer Armut zu befreien.
Wir haben auch einige „Center Meetings“ besucht. Diese
Meetings finden wöchentlich in einem bestimmten Center statt. Die „Center“ bestehen
aus ca. 30 Mitgliedern und befinden sich meist im Vorgarten des Hauses eines
Mitglieds.
Bei diesen „Center Meeting“ erfolgen unter anderem die
Kreditrückzahlungen in Kleinstbeträgen in bar.
Diese Abläufe kann man natürlich nicht mit deutschen Bankgeschäften
nicht vergleichen.
Die letzten 2 Wochen verbrachten wir im CARD SME Bank
Office.
Im SME Büro begleiteten wir Clemencia R. Cortezano, die
stellvertretende Vizepräsidentin der CARD SME Bank, zu einigen „Center
Meetings“ und Besuchen der Außenstellen.
Zudem konnten wir auch im Büro die Gespräche mit Kunden und
den ganz normalen Arbeitsalltag beobachten und miterleben.
In unserer Zeit auf den Philippinen haben unsere Betreuer
alle dafür gesorgt, dass Lena und ich sehr viel von Land und Leuten sowie der
Kultur erlebten.
Wir besichtigten unter anderem das Haus des Nationalhelden
Jose Rizal, der gegen Ende des
19. Jahrhunderts als einer der führenden Gegner der Spanier,
die viele Jahre die Philippinen besetzt hatten, in die Geschichte einging.
Des weiteren besuchten wir diverse Sehenswürdigkeiten, z.B.
einen Vulkansee und einen Vergnügungspark, und haben uns auch das Nachtleben in
Manila nicht entgehen lassen.
Sehr beliebt bei den Filipinos ist übrigens Karaoke, wozu
auch wir eingeladen wurden und sehr viel Spaß dabei hatten.
Generell kann man sagen, dass die Philippinen sehr
amerikanisiert sind, vor allem beim Essen. Es finden sich dort alle gängigen
Fast- Food- Ketten, wie McDonalds, KFC etc.
Sachen wie Hund oder Schlange sind uns dort nicht serviert
worden und waren auch auf den
Speisekarten nicht zu finden.
Hauptnahrungsmittel ist allerdings Reis, den es vor allem in
den ländlichen Regionen, fünfmal am Tag gibt (sogar zum Frühstück).
Am 24.04 ging es dann von Manila über Hong Kong und
Amsterdam wieder zurück nach Deutschland.
Wir waren schon ein bisschen traurig und wären gerne noch
geblieben.
Ermöglicht wurde uns dieses Praktikum von der „Alfried Krupp
von Bohlen und Halbach- Stiftung“ sowie der „Essener
Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH“, die jedes Jahr Schülern der Stufen 9
und 12 die Möglichkeit bieten, ein solches Auslandspraktikum in Europa und eben
teilweise auch Asien zu absolvieren.
Alexandra Dickmeis, Stufe 12


